Immer wieder liest man über neue Software Tools, die den Bewerbungsprozess und bis hin zur KI basierten Kandidatenansprache besser steuern. Mit Hilfe dieser technischen Tools sollen nicht nur Konzerne, sondern auch KMU’s vom Personalauswahlprozess profitieren?

Ist es nicht häufig so, dass Absolventen am liebsten bei großen und namhaften Unternehmen oder Konzernen durchstarten wollen? Und dass es regionale Kriterien gibt, bei denen Bewerber „schwach“ werden?

Insofern relativieren sich vielleicht neue digitalisierte Möglichkeiten hinsichtlich Auswahlkriterien, wie leichtere Bewerberansprache, Active Sourcing bis hin zu Matching Programmen, durch und dank Digitalisierung?

Diese Tools haben sicherlich Ihre Berechtigung, keine Frage, aber sind Sie wirklich die Lösung für kleine, mittlere und große Unternehmen?

KI basierte Tools contra Individualität?
Ist das die Lösung?

Bislang habe ich noch keinen Bewerber erlebt, der eine gezielte Ansprache, d.h. das Werben um ihn nicht als persönlich empfindet. Somit stellt sich die Frage:

  • Welche Altersgruppe fühlt sich mit diesen Tools wohl?
  • Welchen Zeithorizont sehen wir für die Durchdringung dieser Tools?

Vielleicht erreichen wir kurz- bis mittelfristig damit eine bessere Formulierung von Stellenanzeigen, ohne Geschwurbel und BlaBla wie beispielsweise „wir schätzen unsere Mitarbeiter“.

Wertschätzung ist ein gern und viel genutztes Wort, doch wo bleibt die Umsetzung? Fängt die nicht schon bei der Bewerberansprache an? Vielleicht sollten wir noch für ein paar Jahre parallel denken, d.h. die JUNGEN beherrschen neue Tools aus dem FF und freuen sich über vereinfachte Bewerbungsmöglichkeiten, da sie unnötige Zeit für Anschreiben etc. nicht mehr aufbringen müssen.

Erfahrene Mitarbeiter sind mit den klassischen Bewerbungsmethoden groß geworden und kennen die „alten“ Verfahren.

Unerheblich welche Bewerberansprache in Stellenbörsen oder mit Hilfe KI-basierter Tools Auswahlkriterien generiert werden, so gibt es auch weiterhin Bewerber, die sich auf Stellen bewerben, weil: sie sich:

  1. von der Headline und Position angesprochen fühlen,
  2. sich auf eine Stelle bewerben, ohne den nötigen Background zu haben und somit nicht den Anforderungen entsprechen
  3. mit Hilfe und Unterstützung von Personalberatern für Unternehmen und Bewerber der Bewerbungsprozess „abgekürzt“ werden kann.

Denn Personalberater evaluieren im Vorfeld das Arbeitsumfeld, die Personen und auch die regionalen Gegebenheiten der Unternehmen und übernehmen dann eine eher „persönlichere“ Ansprache bei den Bewerbern. Natürlich gibt es Tools wie beispielsweise Think Simple, die Motivation und Persönlichkeit von neuen und auch bestehenden Mitarbeitern ausloten können. Insofern sind KI basierte Möglichkeiten ein wichtiger Schritt, aber not the one and only. Es geht um den Menschen und seine Wertschätzung. Denn erst durch gelebte Kultur wird sich der Wert eines Unternehmens nachhaltig steigern.

 

Carmen Kraushaar

Carmen Kraushaar

Carmen Kraushaar
Partner der QRC Group Personalberatung

Telefon: +49 89 / 95 89 2400-0

E-mail: carmen.kraushaar@qrc-group.com

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