Unser Thema heute: Alle Karten auf den Tisch – Offenheit im Headhunterbriefing

Im Headhunting ist Offenheit der Schlüssel zum Erfolg. Als Personalberater wissen wir, dass die Begleitung eines Kandidaten durch den Bewerbungsprozess von gegenseitiger Transparenz und ehrlicher Kommunikation abhängt. Dennoch gibt es immer wieder Situationen, in denen die Wahrheit über entscheidende Faktoren wie Gehalt, Firmenwagen, Mobilität und Arbeitszeitmodell verschwiegen wird. Die Gründe dafür sind vielfältig, das Ergebnis ist jedoch immer dasselbe: Unglaubwürdigkeit, die unweigerlich zum Abbruch des Gesprächsprozesses durch den potenziellen Arbeitgeber führt.

Die Bedeutung von Ehrlichkeit

Ein Headhunter agiert als Vertrauenspartner für beide Seiten – den Kandidaten und den Arbeitgeber. Seine Aufgabe ist es, beide Parteien zu beraten und zu beurteilen, ob ein Kennenlernprozess sinnvoll ist. Um diese Einschätzung fundiert und fair treffen zu können, ist es wichtig, dass alle Informationen offen auf dem Tisch liegen. Nur so können Enttäuschungen und Zeitverluste für alle Beteiligten vermieden werden.

Ein Beispiel: Ein Kandidat bringt im Vorstellungsgespräch plötzlich einen höheren Gehaltswunsch oder die Forderung nach einer anderen Dienstwagenklasse ins Spiel. Diese taktische Zurückhaltung im Vorfeld ist nicht nur unklug, sondern schlichtweg naiv und peinlich. Ein potenzieller Arbeitgeber, der schon vor Arbeitsbeginn getäuscht wird, wird kaum bereit sein, den Gesprächsprozess fortzusetzen. Das Vertrauen ist zerstört.

Vertrauen als Basis für die Zusammenarbeit

Ein weiteres Beispiel aus der Praxis: Ein Kandidat offenbart im Vorstellungsgespräch nach und nach, dass sein Partner dem Jobwechsel kritisch gegenübersteht und zudem eine Teilzeitbeschäftigung anstrebt. Das Ergebnis? Der Mandant wird das Gespräch sofort abbrechen und sich in Zukunft nicht mehr mit diesem Kandidaten beschäftigen. Auch der Personalberater wird sich von solchen Persönlichkeiten distanzieren. Der Boden ist verbrannt, das Vertrauen unwiederbringlich zerstört.

Kommunikation und Klarheit

Die Basis für eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Headhunter, Kandidat und Arbeitgeber ist eine offene und klare Kommunikation. Bereits zu Beginn des Briefings ist es wichtig, dass der Kandidat alle relevanten Informationen preisgibt. Dazu gehören nicht nur Gehaltswünsche, sondern auch Angaben zur Mobilitätsbereitschaft, zum gewünschten Arbeitszeitmodell und zu familiären Belangen.

Der Personalberater muss die genauen Anforderungen des Arbeitgebers kennen, aber auch die Vorstellungen und Bedingungen des Kandidaten verstehen. Nur so können wir eine vermittelnde Rolle einnehmen und sicherstellen, dass beide Seiten realistische Vorstellungen voneinander haben. Ein Kandidat, der im Laufe des Prozesses plötzlich neue Forderungen stellt oder bisher verheimlichte Informationen preisgibt, riskiert das Vertrauen und die Seriosität des gesamten Prozesses.

Fazit: Ehrlich währt am längsten

Das alte Sprichwort „Ehrlich währt am längsten“ hat auch im Headhunting nichts von seiner Gültigkeit verloren. Unsere Aufgabe als Personalberater ist es, Brücken zu bauen und dafür zu sorgen, dass beide Seiten ihre Erwartungen klar und ehrlich kommunizieren. Nur so kann ein harmonischer und erfolgreicher Prozess gewährleistet werden, bei dem Enttäuschungen vermieden werden und beide Seiten mit einem positiven Ergebnis aus dem Gesprächsprozess hervorgehen. Ehrlichkeit und Offenheit sind daher nicht nur Tugenden, sondern unabdingbare Voraussetzungen für den Erfolg im Headhunting. Verheimlichungen führen nicht nur zu einem Vertrauensbruch, sondern können auch die Karrierechancen erheblich beeinträchtigen. Einmal verbrannter Boden ist nur schwer wieder zu beleben.

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