Im ersten Schritt eine kurze Erläuterung. Die Wertschöpfungskette der Datenökonomie besteht aus der Generierung, Sammlung, Speicherung, Verarbeitung/Analyse, Verwertung und/oder Löschung von Daten. Entlang dieser Kette benötigen Unternehmen verschiedene digitale Technologien, Algorithmen oder statistische Methoden. Das Resultat sind neue Geschäftsmodelle, verbesserte Prozesse, datengetriebene Services und dadurch stärkere Kundenbindung.

Inhalte von Stellenanzeigen fungieren als Seismograf für den Strukturwandel

Um die Chancen nutzen zu können, benötigen die Unternehmen Mitarbeiter mit speziellen Kompetenzen. Aktuell kann man das an den Inhalten (Skillsets und Aufgaben) der Stellenanzeigen für Fachexperten sehen. Begriffe wie Smart Services, Big Data oder Data Analyst sind nicht mehr die Ausnahme sondern die Regel. Darüber hinaus drückt sich die zunehmende Bedeutung des Handlungsfelds Datenökonomie durch die Zunahme der Anzahl der mit themenrelevanten Begriffen formulierten Stellenanzeigen aus. Um nun beantworten zu können, ob Inhaltsanalysen von Stellenanzeigen gute Indikatoren für Veränderungen liefern können, haben wir im Rahmen von FitsBetter Insights eine Adhoc-Analyse über die QRC Datenbanken durchgeführt.

Relevanz der Datenökonomie steigt (Maß Häufigkeit in Stellenanzeigen)

Diagramm 1: Veränderung der Anzahl der wöchentlich erschienenen Stellenanzeigen im Kontext von Datenökonomie und Digitalisierung (TOP 10 Keywords nach Häufigkeit der Stellenanzeigen in denen einzelne oder mehrere der TOP 10 Technologien oder Begrifflichkeiten genannt wurden. (Quelle: FitsBetter Insights 2020)

Neben den anderen Instrumenten des FitsBetter Ansatzes wenden wir auch diese Methode häufig im Vorfeld von Mandatsübernahmen an, um ein möglichst objektives und klares Bild des Marktumfelds, der Differenzierungsmöglichkeiten und der Attraktivität der vakanten Positionen zu erhalten. Und um mit den gewonnenen Insights fundierte Suchstrategien und wirksame Argumentationslinien ableiten zu können. Aus zahlreichen Untersuchungen dieser Art wissen wir, dass die Inhaltsanalyse von Stellenanzeigen den konkreten Bedarf, die Anforderungen aber auch die Defizite von Unternehmen in einem Markt widerspiegelt. Und damit gute Indikatoren für die Stärken und Schwächen aber auch für Chancen oder Herausforderungen in einem Wettbewerbsumfeld liefern können.

Digitalisierung und Datenökonomie verschärfen den „war of talents“

Konkret haben wir die Anzeigen unserer Job-Datenbank (Umfang: 1.471.225 Einträge) inhaltlich bezüglich datenökonomischer Aspekte (Zeitraum: 01/2017 bis 01/2020) qualitativ und quantitativ analysiert.

Die Datenerhebung wurde auf Basis einer Zufallsstichprobe durchgeführt. Die Stichprobe haben wir gezogen, indem wir die QRC Datenbank für den Zeitraum Dezember 2019 bis Januar 2020 nach Stellenanzeigen durchsucht haben, die die Phrase „Data Monetization“ enthalten. Die Suchanfrage ergab 81 Annoncen. Aus dieser Trefferliste haben wir dann jede 8. Anzeige ausgewählt und einer detaillierten Inhaltsanalyse unterzogen. Für die häufigsten gemeinsamen Begriffe dieser Angebote haben wir dann für die Jahre 2017, 2018, 2019 und 2020 den zeitlichen Verlauf der Häufigkeit von Stellenanzeigen mit entsprechenden Nennungen ermittelt (siehe Diagramm 1)

Aus dem Diagramm wird beispielsweise deutlich, dass Begrifflichkeiten, die auf einen reinen Industrie 4.0 Hintergrund schließen lassen, wie MQTT oder Smart Manufacturing in insgesamt weniger Anzeigen auftauchen als Keywords, die eher auf Innovation in der IT-Infrastruktur hindeuten, wie beispielsweise Docker, Kubernetes oder Microservices. Dazwischen findet man mit Advanced Analytics oder Tableau Technologien respektive Tools die klarer mit Big Data und datenbasierten Services in Verbindung gebracht werden können.

Grundsätzlich beobachtet man ein signifikantes Wachstum der Nennung aller TOP 10-Begriffe über die letzten 3 Jahre. Und das ist in erster Näherung gleichbedeutend mit der Zunahme der Wichtigkeit der Datenökonomie in der Industrie.

Zunahme der Anzahl der Stellenanzeigen mit Anforderungen aus der Datenökonomie

Wenn nun zusätzlich die Funktionen der veröffentlichten Stellenangebote der untersuchten Anzeigen mit in Betracht gezogen werden, stellt man fest, dass sich nicht nur die Inhalte der Jobprofile für IT-Mitarbeiter (z.B. DevOps, Scrum, Kubernetes, Python, …) sondern auch die für Sales, Produktmanagement oder Business Development in den letzten Jahren verändert haben. Mit steigender Bedeutung der Digitalisierung und der Datenökonomie wandeln sich sowohl die Job-Anforderungen als auch die Skillsets. Inzwischen stellen immer mehr Firmen fest, dass die gesuchten Ressourcen nicht allgemein verfügbar sind. Um ihre Chancen auf engagierte und erfahrene Mitarbeiter weiter zu wahren, müssen die Arbeitgeber ihre gebotenen Benefits drastisch anpassen.

Auch an der Art und Weise wie Stellenanzeigen formuliert werden, lässt sich erkennen das sich der Stellenmarkt von dem Arbeitgebermarkt der letzten 30 Jahre zunehmend zu einem Bewerbermarkt verändert. Die Stellenbeschreibungen werden individualisiert und unter Einbeziehung der Fachexperten erstellt, dass erkennt man am speziellen Wording oder an den geforderten konkreten Toolkenntnissen. Von standardisierten Formulierungen wird zunehmend Abstand genommen.

Fazit

Die Angebote für offene Stellen mit dem Kontext Data Economy verdoppeln sich jetzt schon von Jahr zu Jahr. Und das ist erst der Anfang, denn der Strukturwandel schreitet weiter fort. Es werden also auch zukünftig mehr Mitarbeiter mit den entsprechenden Skills gesucht, als man finden kann. Nicht zuletzt wird so auch das Gehaltsgefüge durcheinandergebracht, da in der Regel diese Stellen auch in Konzernen und im gehobenen Mittelstand vakant sind. Und die Bewerber die Konditionen bestimmen werden.

Partizipieren Sie mit FitsBetter Insights an den Ergebnissen von Adhoc-Analysen der QRC-Datenbanken

Wir nutzen im Vorfeld die verschiedenen FitsBetter Werkzeuge zur Gewinnung von belastbaren Erkenntnissen bezüglich der Besonderheiten und Veränderungen in den jeweiligen Stellenmärkten unserer Kunden:

  • So können wir fundierte Suchstrategien und wirksame Argumentationslinien ableiten
  • Wir validieren Skillprofile und Projekterfahrungen von Kandidaten in der FitsBetter Matrix
  • Mit FitsBetter Profiling identifizieren wir Mr. und Mrs. Right zielsicher und gewinnen sie für Ihr Unternehmen
  • Unsere Kunden profitieren von Spillover-Effekten

 

Thomas Völklein

Thomas Völklein

Thomas Völklein

Partner der QRC Group Personalberatung

Erlangen

Telefon:  + 49 171 / 975 92 23

E-mail: thomas.voelklein@qrc-group.com

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