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Facility Management 4.0

3. Juli 2017 0 Kommentare Blog, Stefan Mertz

So wenig heute Facility Management mit dem traditionellen Hausmeisterservice von einst zu tun hat, so sehr wird die Komplexität in Zukunft zunehmen. Denn wo wir gegenwärtig noch in weiten Teilen über einzelne Gewerke oder operative Dienstleistungspakete im kaufmännischen, technischen und/oder infrastrukturellen Bereich reden, wird die Digitalisierung auch diesen Markt massiv und sehr schnell verändern.

Dann wird es eben nicht ausreichend sein, nur beispielsweise den Reinigungsservice, den Werkschutz, das Catering oder die technische Infrastruktur mit CAFM-Insellösungen zu betreuen. Es gilt viel komplexere, umfassendere und anspruchsvollere Themenstellungen zu beherrschen, um den Anforderungen des Internet of Things IoT gerecht zu werden. Die Agilität und Flexibilität der Industrie 4.0 muss sich auch im Facility Management und seinen Mitarbeitern spiegeln, um Mehrwert zu generieren.

Die Remote-Überwachung und Steuerung von z.B. Heizungs- oder Klimasystemen, Brandmelde- oder Einbruchmeldeanlagen oder die Einführung von Building Information Modeling BIM ist lediglich ein Anfang und dient allenfalls als ein Baustein für die Implementierung umfassender Informationstechnologie bestehend aus IT, Robotik und Sensorik. Deren riesige Datenmengen müssen in Cloud-basierten Umgebungen vorgehalten und ausgewertet werden. Oder plakativ ausgedrückt: keine Smart Factory ohne Smart Building.

Das setzt hohe Investitionen in entsprechende FM-Lösungen voraus und führt zu den bereits zu beobachtenden Veränderungen in der Anbieterlandschaft, zu Übernahmen von IT-Dienstleistern durch FM-Unternehmen und zur Einstellung oder Entwicklung von Mitarbeitern, die diesen technologischen Herausforderungen fachlich und persönlich gerecht werden können.

Die digitale Transformation wird nicht aufzuhalten sein und wird zu neuen Geschäftsmodellen führen, die nicht durch ein Mehr an niedrig qualifizierten Servicekräften kompensiert, sondern nur durch entsprechend hoch qualifizierte und kreativ denkende Mitarbeiter gestemmt werden kann. Und hier gilt es jetzt zu handeln, denn im Bereich IoT, Industrie 4.0, Big Data, Smart Technologies, Robotik und Sensorik wird der War for Talents noch viel härter werden als er heute bereits ist.

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