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Employer Branding – ein Plädoyer für Offenheit

9. Februar 2016 0 Kommentare Blog, Neuigkeiten

Das Ziel ist schnell definiert: Die Marke des Arbeitgebers soll attraktiv werden, damit Talente für das Unternehmen gewonnen werden können und qualifizierte und leistungsbereite Arbeitnehmer dauerhaft im Unternehmen verbleiben.

Nach Außen gilt es die Wahrnehmung als Arbeitgeber im Arbeitsmarkt positiv zu gestalten und so die Effizienz des Recuitings und die Qualität der Bewerber zu steigern. Nach Innen soll die Fluktuation gesenkt werden, bei gleichzeitiger Steigerung der Identifikation, des Commitments und der Leistungsbereitschaft.

Die Einflussfaktoren auf die Arbeitgebermarke sind dabei ebenso zahlreich wie vielfältig. So zeigen beispielsweise die Karriere- und Gehaltsmöglichkeiten gleichermaßen Grenzen als auch Chancen für die Bewerber auf. Die Produkte oder das soziale Engagement und die damit verbundenen Werte des Unternehmens wirken ebenfalls stark auf das Image ein. Und zuletzt spielen die Stärke der Wettbewerber im Arbeitsmarkt und die Arbeitsplatzsicherheit eine wichtige Rolle.

Zu den Herausforderungen für jedes Employer Branding zählen ständig wechselnde Bewerberpräferenzen oder konkurrierende Teilimages. So lässt sich beispielsweise der Zwang zu günstigen Produkten gerade im Konsumgüterbereich nur schwierig mit Arbeitsplatzsicherheit und hoher Entlohnung bei Führungskräften in Einklang bringen.

Mögliche Ansätze

Kaum eine Employer Branding-Strategie ohne Maßnahmen aus dem klassischen Marketing. Mit Pressemeldungen zum Unternehmenserfolg, Social Media-Kampagnen, Karriereseiten oder -blogs, Firmenvideos, Imagebroschüren oder Einladungen zu Jobmessen wird sicherlich ein großer Teil der Marke geformt. Als Einstieg sind sie daher unerlässlich, als alleinige Strategie aber unzureichend. Im permanenten Werbebeschuss reagieren gerade junge Zielgruppen immer häufiger mit Ablehnung statt mit Interesse.

„Allen Menschen recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann.“

Selbstverständlich wäre es wünschenswert als Arbeitsgeber für eine breite Bewerberbasis interessant zu sein, aber ist dies auch realistisch? Gilt es nicht viel mehr, die eigene Marke in genau jenem Segment zu platzieren, das entscheidend zum Unternehmenserfolg beiträgt? Wo liegt also der „adressable candidate market“ und wie ist er am besten zu erreichen? Ausgehend von der Zielgruppe sollten damit die Maßnahmen des Employer Brandings erfolgen.

Legen Sie die Praxis Ihres Einstellungsprozesses offen

Die Webseite ist verlockend, die Stellenausschreibung passt, die Branche besitzt Wachstumspotential und die angepriesenen Karriere- und Fortbildungschancen versprechen einen attraktiven Weg im Unternehmen. Kurzum: Eine Bewerbung ist unerlässlich, doch was passiert damit?

Teilen Sie Ihren Kandidaten den genauen Ablauf eines Bewerbungsverfahrens und den Status der einzelnen Schritte mit. Definieren Sie Zeitspannen, bis wann Rückmeldung zu erwarten ist und welche Etappen zu durchlaufen sind.

Das gläserne Unternehmen

Ein kurzer Blick aus dem Fenster vieler Büros reicht und schon geht die Fantasie auf Reisen. Was macht der Mann auf der anderen Straßenseite? Findet dort tatsächlich schon wieder ein Meeting statt?

Neugierde ist eine der stärksten Treibfedern menschlichen Verhaltens. Nutzen Sie dies zu Ihrem Vorteil. Informieren Sie über Anfahrtswege, Parkmöglichkeiten und Arbeitsort. Vergessen Sie dabei insbesondere nicht, die Vorteile von Standorten außerhalb der Metropolregionen darzustellen.

Schildern Sie offen und authentisch den Tagesablauf des künftigen Mitarbeiters. Wie verläuft die Einarbeitungsphase und was passiert danach? Durch viele kleine Informationen formt sich Ihr Bild. Geheimnisse tragen nicht zur Attraktivität bei.

Der Weg im Unternehmen

„Generation Y: Unzufrieden und anspruchsvoll“ so titelte DIE WELT im November 2015 und blieb damit im Trend  der Berichtserstattung über die Geburtsjahrgänge 1980 bis 1994. Auf der Suche nach den Führungskräften von Morgen gilt es Karrierewege offen, flexibel und transparent zu gestalten. Welche Weiterbildungswege gibt es? Besteht die Möglichkeit, für externe Qualifizierungen eine Auszeit zu nehmen?

Lassen Sie echte Fakten sprechen!

Welche Seminare finden statt? Nutzen Sie Testimonials Ihrer Mitarbeiter. Weisen Sie auf Kooperationen mit Schulungsanbietern hin. Zeigen Sie einen möglichen Karriereweg auf.

Schaffen Sie Nähe

Die jährliche Weihnachtsfeier, der gemeinsame Ausflug zum Stadtfest oder die spontane Post It-Aktion am Office-Fenster. Nichts gibt Ihre Firmenkultur so ehrlich und authentisch wieder wie spontane Fotos. Haben Sie keine Scheu, unter Ihren Mitarbeitern einen Hobbyfotografen zu bitten, Ihre nächste Veranstaltung zu dokumentieren. Tragen Sie die schönen Erlebnisse nach außen und verstecken Sie sie nicht an der Pinnwand neben der Büroküchenzeile.

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