Walter Middeldorf im Interview

7. Februar 2014 QRC Group Oberhaching

Interview mit Herrn Walter Middeldorf – 1995-1999 Geschäftsführer Intergraph GmbH

Sehr geehrter Herr Middeldorf, seit 2001 sind Sie Managing Partner der QRC Group AG, einer 90 Personen starken Personalberatung. Durchaus ein bemerkenswerter Schritt wenn man sich Ihre bisherige Laufbahn vor Augen führt. Was verschlug Sie in die Personalberatung?

Der größte Teil meiner beruflichen Laufbahn war durch geschäftliches Reisen und der Jagd von einem Termin zum anderen geprägt. Obwohl spannend und aufregend wuchs mit den Jahren der Wunsch, diese reichhaltigen Erfahrungen in einer Selbständigkeit auszuleben. In den letzten beruflichen Stationen meiner Karriere wurde der Fachkräftemangel immer sichtbarer. Diese Erfahrungen mit Personalengpässen erhärtete in mir den Entschluss, mich selbstständig zu machen um meine Managementerfahrung gewinnbringend in der Personal- und Unternehmensberatung einzusetzen. Das Thema gab mir Recht und ist einfach spannend und aufregend. Es ist so umfangreich, dass ich auch heute immer wieder durch Kunden und Kandidaten neue Aspekte dazulerne. Ich habe nach wie vor viel mit Menschen zu tun, treffe neue Menschen sowie alte Bekannte und kann meinen Horizont mit jeder neuen Aufgabenstellung erweitern.

Wenn Sie jemand von ex Intergraph / Unigraphics / Siemens Industry fragen würde, welche Erinnerung Sie noch an Intergraph haben, wie würden Sie antworten?

Dann erzähle ich gerne diese kleine Story:

Etliche von Ihnen werden sich noch an den vom Intergraph Headquarter in Huntsville / Alabama kreativen Arbeitstitel für die CAD Software Solid Edge „Jupiter Technology„ erinnern. Hierfür wurde eigens ein Fesselballon mit der Aufschrift „Jupiter Technology“ kreiert und diente dazu Kunden und Mitarbeitern Fahrten über die Alpen zu ermöglichen. Ich habe so eine Fahrt mit Kunden im Winter genießen dürfen, bei absoluter Windstille, herrlichem Sonnenschein und unter uns Ameisen große Skifahrer in den diversen Skigebieten. Es war ein grandioses Erlebnis und die Teilnehmer sprechen noch heute davon.

Dann wurde irgendwann die gesamte Technology an die Firma Unigraphics verkauft, diese wiederum an EDS. Schlussendlich wurde EDS von der Firma Siemens Industry übernommen.

Unser Team konzentriert sich seitdem auf die Besetzung von:

  • Vertriebspositionen
  • vertriebsnahen Positionen
  • CAD/CAM Consultants
  • Auf- und Ausbau von mittelständischen Unternehmen

Wie hat sich der CAD/CAM Markt seit der Zeit bei Intergraph verändert?

Fachkräfte zu finden war damals eher ein kleineres Problem. Es war ein reines CAD- Lizenzgeschäft, in denen gute Verkäufer auch ohne tiefe CAD Kenntnisse erfolgreich sein konnten. Die Themen wurden mit der Zeit dann immer komplexer. Die Anforderungen stiegen mit den Einführungen von PDM Technologien und PLM Infrastrukturen. Aus dem reinen Lizenzgeschäft wurde ein Lösungsvertrieb mit völlig neuen Herausforderungen an Vertrieb, Consulting, für Systemhäuser und Hersteller.

Warum fokussieren Sie sich auf den CAx/PLM Markt?

Das ist einfach zu erklären. Es gibt schon seit Jahren nicht genügend Personal um die Anforderungen des Markts zu erfüllen. Vor vielen Jahren hatten wir eine ähnliche Situation im SAP Bereich. Es dauerte Jahre bis genügend Fachkräfte sich in diesem Feld spezialisierten. Dieselbe Situation erleben wir heute auch im CAx / PLM Umfeld. Auch hier ist momentan keine Lösung in Sicht. Es ist eher zu erwarten, dass die „alten Hasen“ die in den wohlverdienten Ruhestand gehen werden, momentan nicht zu ersetzen sind. Nicht nur die Hersteller und Ihre Partner sind betroffen, sondern auch Ihre Endkunden suchen händeringend nach geeignetem Personal.

Vertriebspersonal ist besonders schwierig zu finden, als auch auszubilden. Die wenigsten Konstrukteure bringen die nötige Vertriebsaffinität und die wenigsten Vertriebsspezialisten genügend technisches Know-How mit um die Anforderungen der Kunden zu verstehen und in Projekte umzusetzen.

Wie können Sie mit Ihrem Unternehmen bei diesem Problem helfen?

Der Markt reagiert natürlich. Etliche Schulungsprogramme werden von Herstellern sowie Systemhäusern angeboten, um Fachkräfte heranzuziehen. Auch die Etablierung von Ausbildungsprogrammen zur Certifizierung, wie die vom ProSTEP iViP Symposium empfohlene PDM / PLM Consultants über das Frauenhofer Institut, sind zu begrüßen. Sie werden aber kurzfristig keine Entspannung in den Markt für Fachpersonal bringen.

An dieser Stelle setzt die klassische Personalberatung an. Wir helfen u.a. bei der Beantwortung der Fragen: „Wie finde ich mein Personal rechtzeitig und wie binde ich es langfristig und gewinnbringend an mein Unternehmen.“

Auch wären koordinierte Modelle in einem Partner-Netzwerk denkbar. Schlussendlich möchte ich mit meinen Kunden gemeinsam pro aktive Vorgehensweisen entwickeln, um daraus Wettbewerbsvorteile abzuleiten.

Was würden Sie einem Leser dieses Interviews wünschen beziehungsweise mit auf den Weg geben?

Auf alle Fälle würde ich ihm zu allererst herzlichste Grüße übermitteln. Dann würde ich ihm gerne anbieten, dass wir uns bei Gelegenheit über die „alten“ und auch „neuen“ Zeiten austauschen.

Bei diesem (kostenlosen) Erstgespräch wird mein Gesprächspartner sehr schnell feststellen, ob wir die gleiche (berufliche) Sprache sprechen. Eventuell kann ich dem einen oder anderen doch neue Perspektiven aufzeigen. Es geht schließlich zu allererst nicht nur um Fragen rund ums Personal sondern auch um den kurz- und mittelfristigen Aufbau und Ausbau des Unternehmens. Da ich in meiner Laufbahn immer Vertriebsteams und Länderorganisation erfolgreich aufgebaut und geführt habe glaube ich wertvolle Impulse in unterschiedlichsten Aufgabenstellungen liefern zu können.

Interview Walter Middeldorf

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