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Frauen in die Führungspositionen – egal ob mit oder ohne Quote

24. August 2012 1 Kommentar Blog, Carmen Kraushaar

Die Debatten um eine Quotenregelung für weibliche Führungskräfte nehmen kein Ende. Ich frage mich, warum eigentlich? Schließlich wird regelmäßig darüber berichtet, worin das weibliche Geschlecht voraus ist: sie sind in der Mehrzahl, machen Abitur und sind an technischen Studienfächer interessiert. Zudem kommt man aus demographischer Sicht um die Frauen gar nicht mehr herum. Da wäre doch nur die logische Konsequenz, dass mehr Frauen Führungspositionen innehaben.

Erfreulicherweise stellen sich neben den Dax-Konzernen nun auch Verlage und andere Medienunternehmen dieser Aufgabe und wollen dies mit Hilfe der Quote umsetzen. Erst neulich erfuhr ich auf einer Veranstaltung mit Giovanni di Lorenzo, dass sich „Zeit“ für eine Frauen-Quote entschieden hat. Das Bewusstsein zum Handeln ist angekommen.

Und dennoch passiert es, dass dieses aus nur fünf Buchstaben bestehende Wörtchen  – Q u o t e – von jungen Frauen so gezielt missinterpretiert wird, wie kein anderes.

Was steckt dahinter? Historisch betrachtet, haben die Frauen so einige Hürden überspringen müssen und engagieren  sich bis heute für eine Gleichbehandlung und Wertschätzung zum Wohle der jüngeren Frauengeneration. Einiges haben sie bereits erreicht – doch es gibt noch vieles zu tun. Medien, Netzwerke und Verbände helfen, die Thematik lebendig zu halten und diskutieren über die Gleichstellung von Frauen in Führungspositionen.

Doch eine Quote reicht nicht, um eine Führungsposition anzutreten. Die Quote, liebe Absolventinnen und zukünftige Führungsfrauen, ersetzt niemals einen guten Abschluss bzw. eine gute Qualifikation! Ein Arbeitgeber achtet selbstverständlich darauf, ob Sie seinen Anforderungen gewachsen sind. Es wird keine Frau nur aufgrund einer Quote eingestellt – das ist ein Irrglaube, dem auch so einige Männer unterliegen.

Es ist Zeit, Akzente zu setzen!

1 Kommentar zu "Frauen in die Führungspositionen – egal ob mit oder ohne Quote"

  1. Markos Glykofrydes
    07.07.2014

    Meinen Glückwunsch zu dem sehr guten Blogbeitrag.
    Ich kann da nur zustimmen. Leider tut sich insbesondere der deutsche Mittelstand gerade im Bereich der Automatisierung noch schwer (diplomatisch formuliert) mit Frauen in Führungspositionen. Ausländische Bewerberinnen oder Bewerberinnen mit Migrationshintergrund haben es da besonders schwer diese „Männerdomäne“ zu durchbrechen, da dort einfach die Reihen geschlossen werden, wenn Frauen auf entscheidungsrelevante Positionen kommen sollen. Sowohl als Vorgesetzter, der eine exzellent qualifizierte Frau auf eine Key Account Position bringen wollte (bin leider nach langem Kampf gescheitert) als auch als Ehemann einer hochqualifizierten Kolumbianerin (Maschinenbau Ingenieurin mit MBA in International Business) habe ich live miterlebt, wie Vorurteile einen praxisgerechten Einsatz verhindern. Die Quote ist meiner Ansicht nach die einzige Möglichkeit die „kritische Masse“ an Frauen in einer Firma zu erhalten, damit der Prozess der Stellenbesetzung dann alleine in Gang kommt. Im amerikanischen und südamerikanischen Raum ist das sehr viel entspannter und pragmatischer.
    Für eine Beschleunigung dieses Prozesses sind aber gerade wir Männer extrem wichtig, indem wir die Integration aktiv unterstützen und fördern, auch gegen Kollegen, die das nicht so gerne sehen und uns dann unter Druck setzen (psychologisch und sozial). Da kann jeder seinen, wenn auch kleinen, Beitrag leisten im täglichen Büroalltag.

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